Jeder fünfte Mittelständler hat eine Frau im Vorstand

Bei knapp jedem fünften mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist mindestens eine Frau in der obersten Führungsebene vertreten. Das zeigt eine Untersuchung der Management- und Geschäftsführungsstruktur des Mittelstandes durch die Creditreform Wirtschaftsforschung. Der Anteil der mittelständischen Unternehmen mit einem weiblichen Vorstandsmitglied liegt demnach bei 18,9 Prozent. Bei Großunternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als einer Milliarde Euro sind es lediglich 13,9 Prozent.

Der Anteil der Unternehmen, in denen eine Frau als Unternehmer bzw. Führungskraft tätig ist, sinkt mit der Betriebsgröße. Während in 19,9 Prozent der kleinen Unternehmen mit einer Bilanzsumme von bis zu 0,5 Millionen Euro eine Frau im Management vertreten ist, ist es bei größeren Mittelständlern mit einer Bilanzsumme zwischen zehn und 43 Millionen Euro nur bei jedem sechsten Unternehmen (16,2 Prozent) der Fall. Unter den 30 DAX-Unternehmen sind es sogar nur drei von 30, also 10 Prozent.

Die Angaben beruhen auf mehr als 355.000 repräsentativ ausgewählten Unternehmen in der Creditreform-Datenbank mit einer Bilanzsumme von bis zu 43 Millionen Euro laut KMU-Definition der Europäischen Kommission. Unternehmen dieser Größenklasse sind meist inhabergeführt oder Familienunternehmen und verfügen selten über angestellte Manager.

Unterteilt nach Wirtschaftsbereichen sind weibliche Führungskräfte im Mittelstand am stärksten vertreten in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen (35,8 Prozent der Unternehmen) gefolgt von Erziehung und Unterricht (30,4 Prozent) sowie Gastgewerbe (30,2 Prozent) und Land- und Forstwirtschaft (29,1 Prozent). Am wenigsten finden sich Frauen in den Führungsriegen deutscher Mittelständler in den Bereichen Energiewirtschaft (9,8 Prozent der Unternehmen), im Baugewerbe (12,1 Prozent) sowie in der Informations- und Kommunikationstechnik (14,9 Prozent).