Good bye, ILA!
Die Publikumstage zogen und ziehen immer noch unzählige
Besucher auf das ILA-Gelände.

Schönefeld verabschiedet die Luftfahrtmesse

Good bye, ILA!

Text: Sascha Suden

Eine Ära geht zu Ende. Wegen des neuen BBI werden die Luftfahrtfans dieses Jahr zum letzten Mal nach Schönefeld pilgern.

Ein wenig Abschiedsschmerz wird dieses Jahr bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung zu spüren sein. Neben den staunenden „Ahs“ und „Ohs“ über die faszinierende Technik wird mancher Gast bedauern, dass es die letzte Ausstellung in Schönefeld ist. Nicht nur, weil es so bequem war, das Gelände zu erreichen, sondern weil es für die Besucher einfach zusammengehörte: die ILA und Schönefeld. Seit 1992 fand die ILA nun vor den Toren Berlins statt. Rund 100 messebegleitende Konferenzen und Workshops machten die ILA zu einem Ort für Spitzenbegegnungen der Politik, Wirtschaft, Verteidigung und Forschung. Über 300 Fluggeräte aller Größen und Kategorien werden am Boden und in der Luft präsentiert. Dieses Jahr wird der A380 das Highlight der Ausstellung sein. Mehr als 100.000 Besucher werden sich ab dem 8. Juni von der ILA in Schönefeld verabschieden. Wirtschaftswunder hat sich unter den Ausstellern umgehört, wie groß der Abschiedsschmerz wirklich ist.    


Marlene Jerol, Marketing-Assistentin bei AneCom Aero Test GmbH in Wildau:

„Die ILA ist für uns als Repräsentationsfläche sehr wichtig. Kontakte zu Geschäftskunden knüpfen wir auf der ILA allerdings eher weniger, da der Markt sehr klein ist und wir unsere Kunden eigentlich schon kennen.Wenn die ILA nach Leipzig zieht, würden wir eher nicht mitgehen. Da wir in Wildau ansässig sind, ist Schönefeld für uns logistisch sehr günstig. Außerdem gehören die ILA und Schönefeld irgendwie zusammen.“


Dirk Franzke, Geschäftsführer der AEROHELI International GmbH & Co. KG:

„Grundsätzlich, denke ich, wird die Bedeutung der ILA für die Region überschätzt. Die ILA bringt nicht wie erhofft Unmengen an Kontakten. Wenn wir da nicht wären, dann würde es wahrscheinlich auch nicht schlimm sein. In Schönefeld waren die extrem hohen Sicherheitskontrollen auch teilweise sehr störend. Wir wissen noch nicht, ob wir weiterhin auf der ILA ausstellen werden und zu einem anderen Standort mitgehen würden.“


Domenico Varuzza, Italienische Handelskammer für Deutschland e. V. Büro in Berlin:

„Wir sehen die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung als Plattform, um Handelskontakte zu knüpfen, wir treten zusammen mit 12 weiteren Handelskammern dort als Verbund auf. Bisher waren wir zweimal auf der ILA als Aussteller dabei. Der Standort spielt für uns eine absolut untergeordnete Rolle, wir müssen das „höhere Ziel“ im  Auge behalten, welches darin besteht, die Kontakte zwischen den Ländern herstellen zu können.“


Jördis Krüger, Referentin für Marketing/ Medien und Messe der TRAINICO Training und Ausbildung Cooperation GmbH:

„Für uns ist die ILA sehr wichtig, wir haben grundsätzlich Neukundenzulauf zu verzeichnen. Wir waren bereits sehr oft bei der ILA als Aussteller  dabei, jedoch haben wir noch nicht mit dem Gedanken gespielt, auch einen anderen Standort zu akzeptieren. Schönefeld fanden wir als Standort schon ziemlich perfekt, bisher können wir uns nicht vorstellen, wie es mit einem anderen Umfeld klappen kann.“


Herr Oppermann für die Holmberg GmbH & Co. KG:

„Wir stellen schon seit einer halben Ewigkeit auf der ILA aus, wir sind seit mehr als 10 Jahren dabei . Obwohl wir natürlich einen nahen Standort bevorzugen würden, würden wir aus rein logistischen Gründen nur ungern nicht mehr als Aussteller dabei sein wollen. Für uns ist die ILA auch für „Altkunden“ besonders wichtig, viele kommen vorbei und schauen sich an, welche Neuerungen es gibt.“


Marc Müller, Leiter der Marketingabteilung bei der FTI Engineering Network GmbH in Blankenfelde-Mahlow:

„Die ILA ist für uns sehr wichtig. Von allen Luftfahrtmessen ist sie die nächstgelegene, sie ist unsere Haus- und Hofmesse. Wir können dort viele Kundenkontakte schließen und generell gute Kontakte aufbauen. Sollte die ILA 2012 nicht mehr in Berlin stattfinden, wären wir aber auch bereit, nach Leipzig zu gehen. Die Zeltstadt in Schönefeld ist bestimmt nicht das optimale Gelände für eine solche Messe.“